Zukunftsforum (Liesborner Papier)



Wilhelm Plümpe

Das Liesborner Zukunftsforum
Chronologie einer Bürgerinitiative

Vorwort:

Sinn und Ziel des Zukunftsforums Liesborner Prägung war es, den Bürgerinnen und Bürgern eine Organisationsform zur geben, in der sie sich selbst Gedanken über die zukünftige Entwicklung ihres Dorfes machen konnten. Dies sollte weitgehend ohne die Mitwirkung der Mitglieder des Rates und der Verwaltung der Gemeinde Wadersloh geschehen. Kompetente Unterstützung bekam diese Initiative allerdings durch das Planungsbüro Wolters & Partner aus Coesfeld. In unzähligen Sitzungen und Ortsbegehungen wurde ein Katalog erstellt, der alle gewünschten Maßnahmen als so genanntes „Liesborner Papier“ zusammenfasst. Er stellt eine Agenda dar, in der die gewünschte Entwicklung, die Leitlinie zur Dorfentwicklung Liesborns bis 2010 vorzeichnet. Nach Möglichkeit sollen die Gremien der Gemeinde diesen Aufgabenkatalog als internen Selbstbindungsplan beschließen.

30. 11. 2001: Generalversammlung des Heimatvereins Liesborn e.V.

Anlässlich der Mitgliederversammlung schlägt Bürgermeister Herbert Gövert vor, ein Zukunftsforum für Liesborn nach dem Vorbild des Ortsteils Diestedde ins Leben zu rufen. Die Organisation hierfür überträgt er dem Heimatverein.

16. 09. 2002: Erste Bürgerversammlung

Auf Einladung des Heimatvereins kamen nach langen Vorbereitungen rund 80 interessierte Bürgerinnen und Bürger im Klosterhof zusammen, um die Initiative zu gründen. Eingeladen waren alle Vertreter der Liesborner Vereine, der Kirchengemeinden, der Kindergärten, der Grundschule, der Alten- und Pflegeheime, der Banken, des Museums Abtei Liesborn sowie die Presse. Spontan erklärten sich schon am gleichen Abend rund 40 Personen bereit, in einzelnen Arbeitskreisen mitzuarbeiten.

10. 10. 2002: Erste Folgeveranstaltung

Unter Beteiligung zahlreicher Bürgerinnen und Bürger werden im Ludgerushaus die Lenkungsgruppe und vier Arbeitskreise gebildet und die jeweiligen Sprecher und Schriftführer gewählt:

 

ab Oktober 2002 Tagungen der Arbeitskreise

Im Anschluss an die erste Folgeveranstaltung trafen sich alle Arbeitskreise, zumindest in der Anfangszeit, nahezu wöchentlich, um in ihren Bereiche nach Möglichkeiten zu suchen, das Golddorf Liesborn attraktiver zu machen und die erforderlichen Innovationen anzumahnen. Begleitet wurden die Arbeitskreise durch das Planungsbüro Wolters, die ihren Sachverstand als Städteplaner einbrachten. Das Engagement und die Motivation der beteiligten Bürgerinnen und Bürger waren beispielhaft. Viele einflussreiche Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens brachten ihren großen Erfahrungsschatz in die Planungen ein.

16. 12. 2002: Erstes Treffen der Lenkungsgruppe

Die Lenkungsgruppe, der alle Sprecher und Schriftführer der Arbeitskreise angehörten, traf sich, um erste Erfahrungen auszutauschen und Ergebnisse vorzustellen.

Hier einige Anregungen und Wünsche:

Arbeitskreis Dorfgestaltung: Der Wunsch nach mehr Bauplätzen wurde sehr deutlich. Die Industriebrache Kemper war ebenso ein großes Thema wie die Pläne über das Forsthaus Krumme. Weiter wurden zahlreiche Maßnahmen zur Verkehrssicherheit und vieles mehr angeregt.

Arbeitskreis Arbeit und Gewerbe: Hier standen eher die Sicherung des Geschäftsstandortes Liesborn und die Ansiedlung weiterer Gewerbebetriebe, verbunden mit dem Wunsch nach Arbeitsplätzen vor Ort sowie die Einrichtung eines Cafés mit einem Museumsshop im Vordergrund.

Arbeitskreis Freizeit: Die Mitglieder dieser Gruppe wollten lieber heute als morgen ein Strandbad am Baggersee, die Minimierung der Unfallschwerpunkte, eine Intensivierung der Identifikation der Liesborner selbst mit ihrem Kulturstandort und die Förderung des Fremdenverkehrs.

Arbeitskreis Soziales: Die Teilnehmer monierten, dass die Einkaufsmöglichkeiten vor Ort vor allen für alte Menschen nicht ausreichend. Weiter wurde kritisiert, dass bei allem Lob für die kirchliche Jugendarbeit und dem Engagement des Sportvereins zu wenig für die ungebundenen Jugendlichen angeboten wird.

Alle Ideen wurden unmittelbar an das Büro Wolters weitergeleitet und dort nach Machbarkeit vorgesichtet und in folgende Themenbereiche aufgeschlüsselt:

05. 02. 2003: Zweites Treffen der Lenkungsgruppe

Das Planungsbüro Wolters & Partner aus Coesfeld stellt ihr Konzept vor. Es basiert auf den Wünschen, Ideen und Forderungen der einzelnen Arbeitskreise. Über 50 Punkte wurden vorgestellt und zum Teil kontrovers diskutiert.

14. 04 2003: Erste Vollversammlung

Treffen aller Mitglieder der verschiedenen Arbeitskreise, um mit dem Büro Wolters und Bürgermeister Herbert Gövert, um die ersten Vorentwürfe zu diskutieren. Zu diesem Zeitpunkt lag schon ein respektables Papier vor. Da aber an verschiedenen Details noch geschliffen werden musste, wurden die Arbeitskreise und die Lenkungsgruppe erneut aufgefordert, genau zu sehen, was tatsächlich den Wünschen der Liesborner Bevölkerung entspricht. Wieder gingen alle Arbeitskreise in Klausur und machten sich an die Arbeit.

14. 05. 2003: Drittes Treffen der Lenkungsgruppe

Zum vorerst letzten Mal traf die Lenkungsgruppe zusammen, um die Verabschiedung des so genannten Liesborner Papiers vorzubereiten.

04. 06. 2003: Treffen aller Mitglieder der Arbeitskreise

Noch einmal wurden alle Ideen und Vorschläge zur Diskussion gestellt und über alle einzeln abgestimmt. Das Protokoll mit allen Punkten dieses Abend wurde unmittelbar an das Planungsbüro Wolters weiter gesandt, damit es dort in das Gesamtkonzept eingearbeitet werden konnte.

17. 11. 2003: Zweite Bürgerversammlung

Nach fast einem halben Jahr Unterbrechung wurde unter großer Beteiligung der Bevölkerung das „Liesborner Papier“ verabschiedet und der Gemeinde zur Realisierung übergeben.

28. 04. 2004: Treffen der Arbeitskreise mit Liesborner Ratsmitglieder

Da zunächst der Beginn der Umsetzung des Liesborner Papiers auf sich warten ließ, trafen sich alle Mitglieder des Zukunftsforums mit den Liesborner Ratsmitgliedern. Dort wurde vereinbart, dass wegen der Vielzahl an Wünschen eine Prioritätenliste zu erstellen sei.

12. 05. 2004: Treffen der Lenkungsgruppe

Zusammenstellung der Prioritätenliste und unmittelbare Aushändigung an die Gemeindeverwaltung

Fazit:

Es bleibt zu hoffen, dass die politischen Gremien der Gemeinde Wadersloh das „Liesborner Papier“ als internen Selbstbindungsplan aufgreift und die kommenden Jahre dazu nutzt, um viele Forderungen und Wünsche der Liesborner Bevölkerung abzuarbeiten.